Greiflösung wählen

Neue Greifaufgabe. Wieder Druckluft?

Wer heute das Greifprinzip festlegt, entscheidet nicht nur darüber, ob ein Bauteil sicher bewegt wird. Er legt auch Infrastruktur, Energieverbrauch und Betriebskosten der nächsten Jahre fest.

Deshalb lohnt sich eine Frage, bevor Druckluft, Ejektor und Leitungen eingeplant sind:

Braucht diese Anwendung überhaupt Druckluft?

Der gewohnte Weg funktioniert. Genau deshalb wird er selten hinterfragt.

Vakuumgreifen mit Druckluft ist seit Jahrzehnten etabliert. Konstrukteure kennen die Komponenten, Anlagenbauer die Auslegung und Betreiber wissen, dass das Prinzip funktioniert.

Also wird Druckluft bei einer neuen Greifaufgabe häufig einfach wieder mit geplant.

Damit ist die technische Aufgabe gelöst. Kompressorleistung, Leitungen, Ventile, Vakuumerzeugung und der Energieverbrauch über Millionen Greifzyklen bleiben jedoch Teil der Anlage.

Das macht Pneumatik nicht zur falschen Lösung.

Aber aus einer Gewohnheit noch keine bewusste Entscheidung.

Die bessere Frage: Braucht die Anwendung überhaupt Druckluft?

Beim G-VAC entsteht das Vakuum direkt an der Greifstelle. Eine pneumatische Vakuumerzeugung ist dafür nicht erforderlich.

Entscheidend ist deshalb zunächst nicht der Greifer, sondern die Aufgabe:

  • Wie ist die Oberfläche des Bauteils?
  • Kann Luft nachströmen?
  • Welche Taktzeit wird benötigt?
  • Welche Sicherheitsanforderungen bestehen?

Erst daraus ergibt sich das geeignete Greifprinzip.

Zwei Prinzipien für unterschiedliche Bauteile

G-VAC PS

Für weitgehend dichte Oberflächen wie Glas, Metall oder dichte Kunststoffe.

Der Greifer setzt auf dem Werkstück auf und schließt das System. Beim Anheben des Bauteils entsteht der Unterdruck – ohne Vakuumpumpe und ohne Druckluft.

G-VAC AS

Für Anwendungen, bei denen über das Werkstück Luft nachströmen kann – beispielsweise bei Karton, Holz, Folien oder anderen Oberflächen mit Leckage.

Eine lokale elektrische Pumpe kann Vakuumverluste ausgleichen und den Unterdruck stabilisieren.

Vom einzelnen Greifer zum Greifsystem

Ein großes Bauteil braucht nicht zwingend einen großen zentralen Vakuumerzeuger.

Mehrere G-VAC-Greifer können zu einem Greifsystem kombiniert werden und das Vakuum dort erzeugen, wo es benötigt wird: direkt an den einzelnen Saugstellen.

Damit lässt sich das Prinzip auch auf großflächige oder komplexe Bauteile übertragen.

Die Greifaufgabe wird einmal geplant. Der Energieverbrauch läuft über Jahre.

Bei einem einzelnen Greifzyklus fällt der Energiebedarf der Druckluft kaum auf.

Aus einem Zyklus werden jedoch Millionen. Aus einer Greifstelle mehrere. Aus einer Anlage ganze Fertigungslinien.

Deshalb lohnt sich neben der technischen auch die wirtschaftliche Frage:

Was kostet die gewählte Vakuumerzeugung über die Betriebszeit der Anlage?

Zeigen Sie uns Ihr Bauteil.

Ob pneumatikfreies Vakuumgreifen für eine konkrete Anwendung geeignet ist, lässt sich nicht aus einer Produktbroschüre entscheiden.

Im Application Check prüfen wir Werkstück, Oberfläche, Taktzeit und Sicherheitsanforderungen unter definierten Bedingungen am Roboter.

Wir testen, welche Greiflösung funktioniert – und ebenso, wo ihre Grenzen liegen.

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