Pneumatikfreies Vakuumgreifen und Vakuumspannen für Glasprozesse
Eine Technologieoption für Glashersteller, Anlagenbetreiber und Automatisierungsteams im industriellen Glashandling

In der Glasverarbeitung und im Glashandling ist Vakuumtechnik etabliert. Der G-VAC PS soll bestehende Greif- und Handlinglösungen nicht pauschal ersetzen.
Der Ansatz ist ein anderer: Der G-VAC PS ergänzt bestehende Lösungen dort, wo glatte Glasflächen sicher gegriffen oder fixiert werden sollen, Druckluft aber Energie, Infrastruktur, Geräusch oder Komplexität verursacht.
Der Greifer arbeitet mit 24 V, ohne Druckluft, ohne zentrale Vakuuminfrastruktur und ohne lokale Vakuumpumpe.
Damit erhalten Glashersteller und Anlagenbauer eine zusätzliche Technologieoption für Anwendungen, bei denen einfache, kompakte, saubere oder energieeffiziente Handlingkonzepte gefragt sind.
Was bedeutet das?
In vielen Glas- und Handlinganlagen sind Antriebe, Sensorik und Steuerung elektrisch.
Das Greiferumfeld ist aber häufig weiterhin pneumatisch.
Das bedeutet zusätzliche Infrastruktur, Schläuche, Ventile, Drucklufterzeugung, Energieverluste, Geräusch und Wartung.
Der G-VAC PS entfernt diesen Teil in geeigneten Vakuumgreif-Anwendungen.
Für Glasprozesse kann das bedeuten:
- geringerer Energieverbrauch
- weniger Druckluftinfrastruktur
- reduzierte Geräuschentwicklung
- sauberes, lokales Greifen direkt an der Saugstelle
- pneumatikfreies Handling glatter Glasflächen
- weniger Komplexität bei Greifern, Saugleisten oder Spannvorrichtungen
Technologie: Was der G-VAC PS anders macht
Der G-VAC PS ist kein klassischer Vakuumgreifer.
Und auch keine elektrische Vakuumpumpe.
Der G-VAC PS ist ein pneumatikfreier, passiver Vakuumgreifer für glatte und nicht poröse Oberflächen. Glas ist damit eine besonders naheliegende Anwendung, sofern Oberfläche, Werkstückgewicht, Taktzeit und Ansaugfläche zum Prozess passen.
Das Vakuum wird mechanisch direkt an der Saugstelle erzeugt und gehalten. Elektrische Energie wird nur zum Schalten benötigt.
Der eigentliche technologische Hebel steckt im SMA-Antrieb: Die Bewegung im Greifer wird durch Formgedächtnis-Aktoren aus Nickel-Titan (NiTi) erzeugt. Diese sogenannten Shape-Memory-Alloys verändern bei elektrischer Aktivierung ihre Länge und ermöglichen so neue Konstruktionsprinzipien für Greifsysteme. Dieser Antrieb bietet eine außergewöhnlich hohe Energiedichte und ermöglicht dadurch eine extrem kleine, leichte Bauform. Wo ein klassischer elektrischer Antrieb schnell über 1 kg wiegen und etwa zehnmal größer ausfallen würde, bleibt unser System im Bereich von ca. 100 g.
Damit ist G-VAC PS besonders interessant für Anwendungen, in denen klassische pneumatische Vakuumtechnik grundsätzlich funktioniert, aber unnötige Infrastruktur, Betriebskosten oder Komplexität verursacht.
Technische Daten G-VAC PS
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Elektrischer Anschluss | Stecker M8, 4-polig |
| Schutzart | IP54 |
| Spannung | 24 V DC |
| Nennstrom / Schaltstrom | 30 mA / 250 mA |
| Payload | 5 kg |
| Betriebstemperatur | 0 bis 40 °C |
| Gewicht | 100 g ohne Sauggreifer |
| Abmessung | Ø 70 mm x 38,5 mm |
Systemeigenschaften
- Passives Ansaugen: keine aktive Vakuumerzeugung
- Zwei energiefreie Schaltzustände
- Fail-Safe-Prinzip: keine Entriegelung bei Stromausfall
- Integrierte Beschleunigungs- und Vakuumsensorik
- Status- und Diagnosesignale an die SPS
- Optische Betriebs- und Störanzeige
- Nahezu geräuschloser Betrieb
- Verwendung marktüblicher Vakuumsauger
- Lieferbar mit Roboterflansch, z. B. Universal Robots
- Kompatibel mit allen gängigen Feldbussystemen
Geeignete Anwendungen
Der G-VAC PS eignet sich für glatte, nicht poröse Oberflächen, zum Beispiel:
- Pick & Place von Glasbauteilen
- Be- und Entladung von Maschinen
- Handling von Flachglas oder Glasplatten
- Spann- und Fixieraufgaben
- Positionieren und Umsetzen glatter Glasflächen
- Handling in automatisierten Glaslinien
- pneumatikfreie Greifpunkte an Robotern, Portalen oder Handlingachsen
- lokale Vakuumspannpunkte ohne zentrale Druckluftversorgung
Nicht geeignet ist der G-VAC PS für stark strukturierte, stark verschmutzte, stark poröse, flexible oder luftdurchlässige Materialien. Bei nassen, beschichteten oder stark strukturierten Glasoberflächen muss die Eignung an der konkreten Anwendung geprüft werden.
Für flexible oder luftdurchlässige Materialien bringen wir im Sommer den G-VAC AS mit High-Speed-Vakuumerzeugung und Evakuierung direkt an der Saugstelle.
Wo der G-VAC PS in Glasprozesse passt
Glashersteller und Anlagenbauer müssen bestehende Vakuumtechnik nicht grundsätzlich ersetzen. Der Nutzen liegt in geeigneten Anwendungen, in denen glatte Glasflächen pneumatikfrei gegriffen oder fixiert werden sollen.
Der G-VAC PS ist eine zusätzliche Technologieoption für:
- pneumatikfreies Glashandling
- geringere Betriebskosten
- kompakte Handlingeinheitenm
- energieeffizientes Greifen und Halten
- sauberes oder leises Handling
- Alternativen zu Druckluft
- interne Technologieerprobung
- lokale Greif- oder Spannpunkte ohne zentrale Vakuuminfrastruktur
- Retrofit-Überlegungen bei bestehenden pneumatischen Handlingprozessen
Damit kann der G-VAC PS besonders dort interessant werden, wo Glas grundsätzlich gut mit Vakuum greifbar ist, die Druckluftinfrastruktur aber nicht mehr zum gewünschten Anlagenkonzept passt.
Industrielle Referenz
Der G-VAC PS wird bereits in industriellen Anwendungen evaluiert und eingesetzt, unter anderem im Automotive-Umfeld.
Ein erfolgreicher Labortest wurde mit einem deutschen Nutzfahrzeughersteller im Bereich Body-in-White durchgeführt.
Weitere Bewertungen betreffen unter anderem Glashandling, pneumatikfreies Greifen glatter Oberflächen, Spritzguss-Entladung, Leiterplattenhandling und industrielles Teilehandling.
Technische Unterlagen
Für die weitere Prüfung finden Sie hier unsere PDF-Downloads zum G-VAC PS sowie einen Betriebskostenkalkulator zum Vergleich pneumatisch vs. elektrisch.
Die PDFs geben einen kompakten Überblick über Funktionsprinzip, technische Eigenschaften, Einsatzbereiche und Integration. Mit dem Betriebskostenkalkulator können Sie überschlägig berechnen, welches Einsparpotenzial durch den Ersatz pneumatischer Vakuumgreifer entsteht.
Nächster Schritt
Wir möchten gemeinsam prüfen, ob der G-VAC PS für ausgewählte Glas-, Handling- oder Spannprozesse geeignet ist.
Ein kurzer technischer Austausch reicht für eine erste Einschätzung. Dabei klären wir:
- welche Anwendungen geeignet sind
- welche Integrationsanforderungen bestehen
- welche Roboter-Use-Cases passen
- ob ein Labortest, Pilot oder eine konkrete Anwendungseinschätzung sinnvoll ist
Kontakt:

Roger Kautz
nititec vacuum gripper GmbH
roger.kautz-ext@nititec-gripper.de
Tel. 0176 62 944 177

